Mittwoch, 7. Dezember 2016

Über elektronische Patientenakten und mehr ....


Wenn man mit einer chronischen Erkrankung unterwegs ist, sammeln sich jede Menge Daten an. Die eigentliche Haupterkrankung, dazu die einzelnen Symptome, die mitunter schon sehr komplex sein können und auch viele Nebenschauplätze tun sich auf.

Will man das verwalten, braucht man viele dicke Ordner, Geduld und Ärzte, die die Daten bei Bedarf auch rausrücken.
Ich glaube, ich habe schon mal erzählt, dass ein Allgemeinarzt bis heute meine Krankenakte, also meine ureigenen Daten zum Teil nicht freigibt. Genauer gesagt, die Dokumentation und ich habe den leisen Verdacht, dass er die gar nicht ordentlich geführt hat. Auch der Hinweis auf mein Recht als Patientin, diese Daten zu bekommen, war ihm egal. Was neue und wieder mal ärgerliche Schritte erfordert und das kostet Energie, Kraft, Nerven, Geduld, Zeit und am Ende natürlich auch irgendwie Geld.

Das alles wäre mit der elektronischen Patientenakte wahrscheinlich nicht so einfach passiert, denn sie ist ein zentraler Ort, an dem einfach alles über mich gespeichert wird und auf den ich Zugriff habe. Und das macht das Leben schon einfacher: Kein Schleppen oder Übersenden von Papierbergen, ein Arzt kann sich einfacher informieren, vielleicht bleibt auch mehr Zeit für ein Gespräch mit dem Doc, der ohnehin knapp in der Zeit ist und braucht man schnell eine Zusatzangabe, findet man sie auch.

Einfach gesagt.

Donnerstag, 24. November 2016

Angst und Bergtouren ... und Eure Hilfe ist nötig!

Ihr Lieben,

seit einiger Zeit schickt Ihr mir viele Emails. Sie enthalten Lob, Komplimente, sind einfach nur klasse, rühren mich manchmal zu tränen und bereiten mir ungemeine Freude. Ich kann nicht immer so ausführlich antworten, wie ich gerne möchte und auch mit der Emailbrieffreundschaft kanns problematisch werden, weil hier viel aufläuft. Dennoch versuche ich, zu antworten oder auch mal etwas Schlaues von mir zu geben.

Das möchte ich vorausschicken, denn heute brauche ich Eure Hilfe.

Vor einiger Zeit fragte mich jemand (du weißt, dass du gemeint bist, wenn du das liest :-) ) was ich mit meiner Angst mache. Angst vor der MS und der damit verbundenen, ungewissen Zukunft. Die Angst, die einen schon mal packt, wenn man einen Schub hat.


Donnerstag, 17. November 2016

Ich liebe mich selbst!

Mein Statement des Tages.

Ich. Liebe. Mich. Selbst.

Genauso wie ich bin. Mag jetzt provokant sein für den einen oder anderen und ganz ehrlich, ich habe auch lange gebraucht, bis ich mich so wie ich bin mit mir selbst wohlgefühlt habe.



Man meint ja immer, mit so ner seltsamen Erkrankung wie MS wäre man weniger schön, komplett oder gut. Man wird reduziert und reduziert sich ganz gerne auch selbst. Grade als Frau. Oft genug wird ja erwartet, dass man funktioniert.

Und es mag ja sein, dass das auch ein Klischee von früher ist, aber Leute, es ist so. Immer noch. Leider. Und ist man dann Patient, kann das ja auch gar nicht sein, dass man noch funktionstüchtig ist. Was immer jeder für sich definieren mag.


Montag, 7. November 2016

Schnee!!!

Oh was freue ich mich gerade. Als ich so ins Licht der Straßenlaterne blicke und noch den Duft von meinem Erholungsbad in der Nase habe, sehe ich: dicke, wunderbar weiche, kuschelige Flocken.

Sanft singen sie das Lied des Winters und kündigen uns den Winterschlaf an, in den die Welt mehr und mehr fällt. Sie legt sich zur Ruhe um für einen Moment zu verweilen. Energie zu sammeln und vor unseren Blicken verborgen, erste, kleine Triebe auszubilden, die irgendwann im nächsten Jahr, wenn wir den Winter nicht mehr gerne haben, unsere Sinne erfreuen.

Es ist ein leises Wispern, das von den Rauhnächten kündet, ein sanftes Schlaflied, das uns erzählt, dass die Welt sich täglich dem Fest nähert, das ich am liebsten habe. Weihnachten. Der Zeitpunkt, wenn ich mich in mein Haus verkrümle, es festlich schmücke, Plätzchenduft die Luft erfüllt, der Kater (hoffentlich schnurrend) vor sich hin kuschelt (so lange wohnt Maximilian noch nicht hier, ist aber auf einem guten Weg) und ich an den Wochenenden vor mich hin brutzle und schmurgle und es genieße, einfach das tun zu können, was ich wirklich gerne mag weil es mich entspannt. Neben Stricken. Das ich jetzt umso lieber mache. Die Sockennadeln laufen heiß, die anderen Stricknadeln auch, weil jetzt ist die Zeit, in der wunderbare Teile entstehen können. Winter.



Winterlied

Sanftes Wispern in den Wipfeln,
zarte Flocken wirbeln durch die Luft.
Letztes Laub sinkt leise auf die Erde.
Es ist das leise Lied,
das uns der Himmel vom Winter summt,
Weise, die uns vom Schlaf der Welt erzählt.
Lied,
das  leise und behutsam,
hinein in unsere Leben zieht.
Uns ins Ohr wispert, dass es soweit ist.
Ungläubig und bezaubernd.
Ein Moment,
der uns leise werden lässt.
Es ist der Moment des Erinnerns,
ein Hauch kindlicher Freude und
des erwachsenen Seufzens.
Es ist Winter.

Copyright by Birgit Bauer November 2016